HörNeuMusik – Das Download-Label für Kinderlieder

– Ein Text von Martin Hörster und Klaus Neuhaus –

24.09.2014 Dortmund Kurl - CD die Kuh Karatscha u andere LIeder fuer den Kindergarten - Martin Hoerster (groessere) u Klaus Neuahaus (mit T Shirt) Dortmunder Liedermacher mit ihrem neusten Werk - Fotos im Studio - Kinderlieder - Musik fuer Kinder -                                                           
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Martin Hoerster (größere) und Klaus Neuahaus (mit T-Shirt) – 
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Der Start

Vor zwei Jahren lasen wir, die Kinderliedermacher Martin Hörster und Klaus Neuhaus aus Dortmund, fast zeitgleich eine Anzeige der Firma feiyr.com in der Mitgliederzeitschrift der Gema: Deine Musik online verkaufen. Es ging also um Downloadverkäufe auf bis zu 300 Portalen, wobei wir mittlerweile wissen, dass es unter dem Strich um die beiden Marktführer Amazon und iTunes geht.

Zu diesem Zeitpunkt hatten wir uns mit diesem Thema wenig bis gar nicht beschäftigt, mussten also recherchieren. Downloads, der Zukunftsmarkt. Klar, das behaupteten fast alle. In den Foren fanden wir, wie üblich, unterschiedlichste Meinungen und Erfahrungen, so auch über feiyr.com.

Die meisten Einträge befassten sich mit Startschwierigkeiten, die zu der Zeit allerdings längst behoben waren. Andere hatten die Erwartung, dass diese Firma sie reich und berühmt macht, also möglichst auch noch Management und Booking übernimmt.

Genau das bietet feiyr.com, wie auch vergleichbare Anbieter, nicht an. Sie sind ausschließlich Vermittler zwischen den Künstlern (Musiker, Bands) und den Portalen, wobei Support, wie z.B. Rundfunk-/Fernseh-Bemusterung und weitere Promotion-Tools dazu gebucht werden können.

Uns reizte u.a. die Möglichkeit, nicht mehr nur komplette Bundles (CDs) zu verkaufen, sondern die Lieder auch als Einzeltracks anbieten zu können.

Die Bedingungen fanden wir, auch wieder im Vergleich mit ähnlichen Firmen, fair, so dass wir mit feiyr.com einen Vertrag schlossen.

Wir gründeten zu diesem Zweck das Label HörNeuMusik, das seit ca. einem Jahr als GbR besteht.

Phase 1

Unser „Startkapital“ waren drei Kinderliederproduktionen, an denen wir die Rechte hatten, bzw. von Tonträgerfirmen zurückgekauft hatten: eine CD „Best Of“ von Klaus Neuhaus, eine CD “Mäusefantenpop“ mit den bekanntesten Liedern von Klaus W. Hoffmann und Klaus Neuhaus, ehemals Sauerländer Audio, dazu ein Hörspiel von Martin Hörster zum Kinderbuch-Klassiker „Das kleine Ich bin Ich“ von Mira Lobe und Susi Weigel, mit der Genehmigung des Verlags Jungbrunnen, Wien. Da auch die Lieder von Klaus W. Hoffmann mit ihm Spiel waren, schlossen wir mit ihm einen Honorar-Vertrag, wie später auch mit anderen Kollegen.

Nach einigen Rückfragen per Telefon und online luden wir die ersten Tracks und Bundles (CDs) zu feiyr.com hoch, die diese zu den Portalen vermittelten. Relativ schnell konnten wir über unseren Account bei feiyr.com die Verkäufe online verfolgen. Die Veröffentlichung erfolgt ca. vier Wochen nach dem Hochladen, auf Wunsch mit Vorverkauf bei iTunes (ca. zwei Wochen vorher).

Mit dem Hochladen kauften wir für kleines Geld jeweils die benötigten Codes zu den Tracks (ISRC) und Bundles (EAN) von feiyr.com

Unser kleines Label war gestartet.

Phase 2

Wir hatten nun den Ehrgeiz, auch neue Lieder für unser Label zu produzieren, die wir seitdem im Tonstudio von Martin Hörster aufnehmen.

Da jeder von uns einige Instrumente beherrscht, konnten wir auf das Zubuchen von Musikerkollegen für die Aufnahmen weitgehend verzichten, so dass die Kosten bei entsprechender Selbstausbeutung übersichtlich blieben. So entstanden die ersten Neuaufnahmen und Produktionen für unser Label HörNeuMusik.

Phase 3

Der Berliner Rundfunk Chor bat zu einem unserer neuen Lieder („Die Kuh Karatscha“) um unsere Genehmigung zur Uraufführung bei seinem Konzert „Tierlieder“ im Sendesaal des rbb. Der Dirigent hatte das Lied auf YouTube gesehen und bearbeitet.

Das brachte uns auf die Idee, eine Rückkopplung zu versuchen, das heißt, einige unserer Neuaufnahmen einer Plattenfirma für einen physischen Tonträger anzubieten. Das gelang uns mit der CD „Die Kuh Karatscha“, erschienen im Argon-Hörbuchverlag, Berlin auf dem Label sauerländer audio.

Hier waren also zum ersten Mal zuerst die Downloads am Start, danach erst die CD. Später verkauften wir weitere Neuaufnahmen für CD-Compilations an andere Plattenfirmen.

Phase 4

Die Firma feiyr.com veröffentlicht Bundle-Compilations zu jahreszeitlichen Themen wie Karneval, Ostern, Herbst, Halloween, Weihnachten etc.

Sie fragen dazu regelmäßig einige unserer Lieder an, die anschließend so abgerechnet werden wie bei unseren Eigenveröffentlichungen. Ein kleines Zubrot ohne ein Mehr an Arbeit.

Wir erstellten mit unseren Tracks auch eigene Compilations wie Tierliederhits, Kindergartenhits, Schulhits, Weihnachtsliederhits, englische Kinderliederhits oder zuletzt Geburtstagsparty und veröffentlichten sie als Bundles.

Phase 5

Wir nahmen von befreundeten Tonträgerfirmen wie sauerländer audio (ehemals Patmos-Pläne) und Igel-Records einige CDs mit Liedern von Klaus W. Hoffmann, Klaus Neuhaus, Fredrik Vahle u.a. in Lizenz für unsere Download-Verkäufe.

Das heißt: Jetzt verkaufen wir die CDs oder einzelne Songs als Download und zahlen von unseren Einnahmen an diese Firmen eine vorher vereinbarte Lizenz.

Begleitende Werbung

Wir ließen uns zuerst bei der Gründung des Labels eine Homepage einrichten.

Später meldeten wir uns bei facebook an.

Kürzlich richteten wir uns bei YouTube einen eigenen Kanal ein, um dort jeweils Kurzvideos (ca. 30 Sekunden) unserer neuen Lieder hochzuladen.

In der Zeitschrift RuhrpottKids schalteten wir für drei Ausgaben eine Werbeanzeige, die von einem redaktionellen Beitrag über unser Label begleitet wurde. Der Erfolg dieser Anzeigen ist nicht wirklich messbar, wahrscheinlich aber eher bescheiden.

Bei facebook schalteten wir kürzlich eine Werbung über 14 Tage, die die Zahl unserer „Gefällt mir“ – Angaben immerhin verdreifachte.

Zur Veröffentlichung der CD „Die Kuh Karatscha“ verständigten wir die Dortmunder Tagespresse, die einen Artikel über Hör Neu Musik verfasste.

Zu Compilations wie „Schulhits“ „Kindergartenhits“ oder „Englische Kinderliederhits“ verschickten wir mails an Schulen, bzw. Kitas in NRW.

Support feiyr.com

Die Möglichkeit, Online-Bemusterungen für Rundfunk/Fernsehen zu buchen, nutzten wir bei der Veröffentlichung von zwei Bundles. Unser Eindruck war, dass diese Online-Bemusterung nicht die gleiche Akzeptanz hat wie die früher übliche Bemusterung per Post. Das konnten wir in einer Datei, zu der wir Zugang haben, verfolgen.

Unser Urteil: nicht empfehlenswert.

Eigener YouTube und My-Video-Kanal von feiyr.com

Dieses Angebot von feiyr.com wird von Werbung begleitet. Unserer Meinung nach ist die Dauer der Videos von 2 Minuten zu lang. Somit waren einige unserer Titel komplett auf YouTube verfügbar. Wir haben festgestellt, dass einige unserer Titel deshalb supergut bei YouTube liefen, die Verkäufe dieser Titel aber sehr mäßig waren. Vielen Usern ist die Qualität der Tondatei nicht wichtig, so dass sie sich mit der Qualität des YouTube-Videos begnügen und den Download-Kauf dieses Titels für überflüssig halten.

Aus diesem Grund nehmen wir das nicht mehr in Anspruch und laden über unseren eigenen YouTube-Kanal nur noch Kurzversionen hoch.

Urteil also: nicht empfehlenswert.

Spotify

feiyr.com verkauft unsere Lieder auch über Spotify, wenn wir das möchten (kann man sich bei Veröffentlichung aussuchen).

Im Gegensatz zur letzten Analyse der Firma Ernst & Young sind wir mit vielen anderen MusikerkollegInnen der Meinung, dass für uns von den Spotify-Verkäufen nur Almosen übrig bleiben.

Unser Urteil (auch wenn zu diesem Punkt feiyr.com anderer Meinung ist): nicht empfehlenswert.

Grafik-Covererstellung

Zur Covergestaltung bietet feiyr.com eine große Unterstützung.

Wir haben bei der Veröffentlichung eines neuen Bundles Zugriff auf einen Foto-Pool mit mehreren Millionen Fotos, die wir kostenlos nutzen können, verbunden mit einem Auftrag an die Grafikerin von feiyr.com zur Covergestaltung mit dem ausgesuchten Foto. Das kostet zurzeit 19,90 Euro.

Für diesen geringen Betrag würden wir auch bestens mit uns befreundete Grafiker nicht behelligen wollen.

Unser Urteil: empfehlenswert.

Unser Urteil zur Zusammenarbeit mit feiyr.com: empfehlenswert.

Gesamtbeurteilung zu Download-Verkäufen:

Von den Verkäufen der Downloads allein kann zurzeit sicher noch kein Musiker leben, wenn er nicht gerade einen Hit landet.

Die Einnahmen sind auch noch nicht so hoch wie durch den Verkauf physischer Tonträger.

Für uns ist es, wie schon geschrieben, ein Zubrot, verbunden mit dem Spaß, häufig gemeinsam im Studio zu arbeiten.

Wir haben mittlerweile über feiyr.com 37 Bundles und über 600 Einzeltracks veröffentlicht. Weitere werden in unregelmäßigen Abständen folgen.

 

Link:

www.hörneumusik.de

 

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1 Antwort

  1. Ich hoffe das Beispiel macht Schule.

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