Starke Lieder, starke Kinder – das 15. Frankfurter Kinderliedermacherfestival

Der Kinderliedermacher Ferri aus Frankfurt hat ein einzigartiges Festival ins Leben gerufen und dafür kommt er ganz sicher in den Kinderliedermacherhimmel. Ich weiß es, ich war dabei!

– Ein Konzertbericht von Suli Puschban –

Ferri, Donikkl, Suli Puschban und Unmada (v.l.n.r.) brachten unter dem Motto „Starke Lieder, starke Kinder“ hunderte von kleinen Fans zum Staunen, Lachen, Singen und Ausrasten

Ferri, Donikkl, Suli Puschban und Unmada (v.l.n.r.) brachten unter dem Motto „Starke Lieder, starke Kinder“ hunderte von kleinen Fans zum Staunen, Lachen, Singen und Ausrasten

In Frankfurt und Umgebung kennt ihn vermutlich jedes Kind: Ferri ist Entertainer und Animateur, Kinderbändiger und Spaßvogel in einem. Vor allem aber ist er ein wunderbarer Musiker und Kinderliedermacher.

Seit mehr als 30 Jahren macht er mit viel Spaß und Erfolg Musik für Kinder und greift dabei zu Gitarre, Akkordeon oder Kontrabass. Er ist der Gründer und künstlerische Leiter des Frankfurter Kinderliedermacherfestivals und darüber hinaus auch noch der Erfinder des „Gummibär-Liedes“, das tausende Kinder in ganz Deutschland kennen.

Von Ohrwürmern, Flummis, Gebärden und Gummibären

Unter dem Motto „Starke Lieder, starke Kinder“ lud er Donikkl, Unmada und mich, Suli Puschban, ein, um mit ihm das Kinderliedermacherfestival 2018 zu gestalten und dieser Einladung sind wir begeistert gefolgt.

Unmada Manfred Kindel ist einer der beliebtesten und erfolgreichsten Kinderliedermacher Deutschlands. Unmada ist ganz Musik. Vom Scheitel bis zur Sohle. Vor allem aber: mit Hand und Fuß. Die grundlegenden Wörter der Gebärdensprache, die er in seinen Konzerten benutzt und den Kindern vermittelt, erreichen kleine und große Zuhörer unmittelbar. Fast noch mehr als die Musik sprechen sie neben dem Verstand unser Herz an.

Wie ein knallig bunter Flummi und voller Gute-Laune-Power – das ist Donikkl, der Erfinder des Kinderliederhits „Fliegerlied“. Er steckt seine Konzertbesucher ab der ersten Sekunde an mit seinen fröhlichen Mitmach-Ohrwürmern und seiner mitreißenden Energie. Alles tanzt, alles lacht, singt und tobt, wenn Partymacher Donikkl über die Bühne fegt.

Ich bin Suli Puschban und schreibe Kinderlieder aus dem Herzen Berlins heraus: rockig, poetisch, frech, frisch, nachdenklich und politisch sind meine Lieder. Sie machen Partizipation, Vielfalt und Solidarität zum Thema, die Hand dem Schwächeren zu reichen, sich nicht für dumm verkaufen zu lassen und wollen das anstrengende Mitdenken stärken, das die Basis für eine aufrechte Zivilgesellschaft ist, die es zu beschützen gilt.

Was macht man in Singhofen? – Singen!

Mit diesen drei wunderbaren Liedermachern zu spielen, zu performen, zu feiern war eine große Ehre und Freude für mich, deshalb will ich Euch davon erzählen. Also, das war so:

Nach dreitägigen Proben in Donikkls Studio in Bayern reisten wir bestens vorbereitet nach Singhofen, zum fulminanten Start des Festivals. Zwölf Songs von leise bis laut, von Poesie bis Party, hatten wir als All-Star-Band am Start, das heißt, wir standen alle immer zusammen auf der Bühne und haben uns miteinander gegenseitig begleitet.

Zur Einstimmung auf die großen Konzerte in der Mehrzweckhalle Singhofen und der Stadthalle Nassau boten wir vier Workshops in Grundschulen an, denn die Kinder sollten vorbereitet mit uns auf die Bühne. Schon diese Auftaktkonzerte waren sensationell.

Ob leise Geräusche und zauberhafter Gesang zu Ferris „Leise Töne leise Lieder“ oder mit Unmada und Indianerinnen im Regenwald, die mit „Hinter uns die Berge“ zum Singen einluden, ob zu meinem neuen Leben als „Faultier“ gegähnt und gechillt wurde oder zu Donikkls „Love That Is Shining“ die Party voll abging, alle Kinder waren mit absoluter Begeisterung dabei. Sie kommentierten mit: „Voll cool!“, „Du hast gut gesungen!“ und „Das war aber schön!“

Hochkultur auf Socken

Gut eingespielt und bester Dinge trafen wir kurze Zeit später im Holzhausenschlösschen in Frankfurt ein, das zu 13 Konzerten in 7 Tagen geladen hatte. Es liegt inmitten eines kleinen Sees. Um es zu erreichen, mussten wir eine Brücke überqueren. „Wohnt hier die Prinzessin?“, fragte mich ein Mädchen und die „Ahs und Ohs!“ der Kinder beim Betreten der sonst von klassischer Hochkultur bespielten Räume waren allerliebst.

Von leise bis laut, von Poesie bis Party: Die Künstler auf der Bühne des 15. Kinderliedermacherfestivals in Frankfurt

Von leise bis laut, von Poesie bis Party: Die Künstler auf der Bühne des 15. Kinderliedermacherfestivals in Frankfurt

Unten im Eingangsbereich waren die Schuhe auszuziehen, die 120 Kinder pro Konzert tapsten alle auf Socken in den Saal. Dies wiederum ermöglichte größtmögliche Bewegungsfreiheit: Auf leisen Sohlen schlich die Katze hinter der „Mäusepolizei“ her, auf Zehenspitzen wurde der „bunte Schmetterling“ mittels Gebärden für seine Farben in den Himmel entlassen, auf heißen Socken wurde zu „Groß und Klein“ getanzt und nichts hielt die Kinder davon ab, zum „Fliegerlied“ auf die Stühle zu steigen und gepflegt auszurasten.

Danach gab es Autogrammzettel für alle, Fotos und Abklatschen, der Bogen von zarter Musik für Kinder bis zum Rockkonzert war gespannt. Der Bürgermeister war da und gratulierte, die bunten Schulklassen Frankfurts feierten uns wie ihre persönlichen Helden. Die ältere Dame namens Ursula, die den Einlass organisierte, staunte jedes Mal aufs Neue. „Das ist ja was“, sagte sie leise. „Supa, oda?“, strahlte Donikkl im breiten Bayerisch.

Das schönste Abschiedslied der Welt

„Das bin ich, und ich bin frech!“, sang Ferri als Eingangslied in dieser Konzertreihe und eröffnete damit stets den Reigen der starken und stärkenden Lieder für Kinder. Es ist nicht selbstverständlich in unserer Gesellschaft, dass Kinder selber denken, handeln und fühlen sollen, aber genau das wollen wir ihnen mit unserer Musik vermitteln, ohne den Zeigefinger zum „du sollst!“ zu erheben.

Donikkl forderte die Kinder auf, laut mitzusingen bei „Ich bin stark wie ein Tiger!“ und wie zum Trotz, oder zum Mut machen oder um zu zeigen, wie stark die Kids sein können, ließ er ihre Stimmen zum einem ohrenbetäubenden Tigergebrüll anschwellen: „ … schreit wie ein Tiger, wenn ihr Tiger seid!“

Staunen, Lachen, Ungläubigkeit, Begeisterung

Und um noch eines draufzusetzen, holte Ferri seine rosa-farbenen Ohrschützer raus, was Donikkl mit rosa Perücke und einem „Ich liiieeebe rosa!“ quittierte, und zuletzt stellte Unmada auch noch ein rosa Keyboard auf.

Ich jedoch konnte dies alles toppen, denn ich hatte Lilifee höchstpersönlich getroffen und was sie mir erzählte, sangen wir den Kindern im Refrain vor: „Ich hab die Schnauze voll von rosa!“, rief uns die kleine Fee zu und erklärte, sie wolle nunmehr Mathe und Physik studieren und Raketen bauen. Der Moment, wenn der überraschende Refrain einsetzte, war unbezahlbar: Staunen, Lachen, Ungläubigkeit, Begeisterung, oder auch nur ein lautes „Ja!!!“ von Müttern oder Lehrerinnen.

Was so leise begann und in einer Party seinen Höhepunkt erlebte, ging ebenso bewegend zu Ende. Unmada sang mit uns „Apuse“, ein Abschiedslied aus der Südsee. Alle stiegen wieder von den Stühlen, winkten mit Taschentüchern und seufzten vielleicht ein wenig, um danach reicher und glücklicher ihren Weg fortzusetzen. Wir waren es auf jeden Fall.

Danke an Ferri, Unmada und Donikkl, ihr seid einfach wunderbar, es war mir eine große Ehre mit Euch und den Kindern zu singen und zu spielen.

Bleibt sanft, bleibt stark, singt weiter!

Link:

www.fklmf.de

 

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