Die gute Fee vom Festival – „KiliFee“ in Mönchengladbach

Zuerst gab es das Festival. Wie kürzt man Kinderliederfestival ab? Genau: Ki-Li-Fe. Dann hat sich ein befreundetes „e“ nach der Erweiterung noch hinten angehängt. Anders Orth (alias Lila Lindwurm) verewigte den so entstandenen guten Geist in einem Song: Die Kinderliederfee. Er besingt diese gute musikalische Fee, die sein Festival in Mönchengladbach wohlwollend begleitet. In diesem Jahr fand es vom 28.02.2016 -13.03.2016 statt und Geraldino, Suli Puschban, Patricia Prawit, Klaus Foitzik und natürlich der Lila Lindwurm als Solo, Duo und Band haben es gestaltet.

Gemeinsam und einzeln spielten sie Konzerte in Theatern und Bibliotheken, in Schulen und Kindergärten und gaben einen Ukulele-Workshop. Bei den beiden Galakonzerten wurden sie unterstützt von den Kindergruppen TschitschaPeng, Singpause Meerbusch und JEKISS. Zum speziellen Charme einer Veranstaltung, die sich über zwei Wochen erstreckt, gaben die beiden Organisatoren Elke Kamper und Anders Orth dem Kinderlieder Magazin Auskunft.

– Fragen an Elke Kamper und Anders Orth –

Gala mit Suli Puschban, Patricia Prawit, Elke Kamper und Anders Orth (v.l.n.r.)

Gala mit Suli Puschban, Patricia Prawit, Elke Kamper und Anders Orth (v.l.n.r.)

Was ist das besondere an eurem Festival? Was zeichnete euer Publikum aus?

Die erste Besonderheit ist schon mal, dass wir es geschafft haben mittlerweile 14 Festivals durchzuführen. Die zweite ist, dass es in den Jahren immer vielfältiger geworden ist. Von reinen Einzelkonzerten der KinderliedermacherkollegInnen an nur einem Ort (damals dem Theater „Die Spindel” in Mönchengladbach) in den ersten Jahren, sind mit der Zeit immer mehr Veranstaltungsorte in Mönchengladbach und später auch immer mehr weitere Veranstaltungsorte in anderen Städten (Viersen, Krefeld, Meerbusch und Neuss) dazugekommen.

Dann haben wir vor neun Jahren mit Galakonzerten an den sogenannten Familiensonntagen begonnen. Dabei stehen immer mehrere der teilnehmenden Künstler gemeinsam auf der Bühne und gestalten ein einzigartiges Konzert. Ungefähr zu diesem Zeitpunkt haben wir zur Stärkung der Nachhaltigkeit des Festivals noch Fortbildungen für LehrerInnen und ErzieherInnen mit ins Programm aufgenommen.

Genauso vielfältig wie „KiliFee“ ist das Publikum

Vor fünf Jahren ist dann die Zusammenarbeit mit Kinderchorprojekten (Singpause Meerbusch und JEKISS Chöre der Musikschule MG) gestartet. Das heißt, das Chöre und seit neuestem auch das Trommelprojekt „TschitschaPeng“ einer Förderschule bei den Galakonzerten mitwirken und KinderliedermacherInnen parallel dazu auch in den entsprechenden Schulen, aus denen die Chorkinder kommen. auftreten.

Das beantwortet dann auch schon den zweiten Frageteil. Genauso vielfältig wie „KiliFee“ ist das Publikum. Von Familien über Schulkindergruppen bis zum Kindergarten, von Oma und Opa bis Baby über integrative Gruppen, Förderschulen und Flüchtlingskinder reicht da das bunte Spektrum.

Wie war die künstlerische und private Begegnung mit den Kolleginnen und Kollegen?

Von Anfang an haben wir die KollegInnen bei uns privat untergebracht. Teils aus finanziellen Gründen, wobei das in den letzten fünf vom Land NRW unterstützen Festivals nicht mehr wirklich nötig war, aber vor allem aus persönlichen Gründen. Wer viel auf Tour ist, freut sich immer, abends nicht alleine in einem Restaurant zu sitzen. Für uns – und ich denke auch für die Mitwirkenden – ist das immer eine ganz besondere Zeit mit vielen persönlichen Kontakten, gemütlichen und guten Abendessen (tagsüber wird ja gearbeitet) und viel Austausch. Da sitzt man auch gerne mal zu späterer Stunde mit Instrumenten zusammen und spielt sich neue Lieder vor. Also sogar ein Austausch auf künstlerischer Ebene über die gemeinsamen Galakonzerte hinaus.

Wie war die Begegnung mit den Kindern? Gab es witzige oder interessante Kommentare oder Bemerkungen aus Kindermund?

Gegenfrage! Weshalb ist Kinderliedermacher der beste Beruf der Welt? Die unmittelbare Begeisterung der Kinder für die „Arbeit“ der KindermusikerInnen, die großen staunenden Augen, die immer wieder überraschenden – weil immer wieder neuen – Zwischenrufe, der große im besten Sinne kindliche Spaß. Wo gibt es das sonst? Einzelne Kommentare können und wollen wir da gar nicht hervorheben.

Oder doch? „Danke, dass ihr für mich Musik gemacht habt!“ „Wohnt ihr hier im Theater?“ „Was ist das denn für eine kleine Gitarre?“ Antwort: „Das ist eine Mandoline.“ Kind (erstaunt): „Eine Mandarine?“ „Darf ich auch mal auf die dicke Trommel hauen?“ „Das war so schön, ich komme morgen wieder!“

Geraldino auf dem "KiliFee"

Geraldino auf dem „KiliFee“

Was hat euch besonders berührt? Gab es einen emotionalen Höhepunkt oder ein persönliches Highlight?

Der Höhepunkt eines jeden Festivals, also auch beim diesjährigen, sind für uns immer die gemeinsamen Konzerte mit den KollegInnen. Das Programm und die Zusammenstellung gibt es ja nur ein einziges Mal so. Es ist also immer eine Premiere und eine Derniere gleichzeitig. Bei der ersten Gala, gemeinsam mit Geraldino, den JEKISS Kinderchören der Musikschule und uns, war sogar der leidenschaftliche Geraldino-Fan Basti im Publikum und wir durften mit ihm seinen Geburtstag feiern. Sehr berührend!

Die zweite Gala war dann fast eine Kinderliedermacherinnen Gala, Suli Puschban, Patricia Prawit und Elke Kamper waren mit Anders Orth als Quotenmann dabei und auch diesmal sehr berührend, dass der mitwirkende Singpause Chor aus Meerbusch extra ein Programm mit „Ritter Rost“ Liedern eingeübt hatte, da ja durch Patricia das Burgfräulein Bö auf der Bühne stand. Da wurde dann spontan auch ein gemeinsames Lied gesungen.

Kraftvolle Trommeltruppe bei der Abschlussgala

Bei der Abschlussgala hat uns, wie im letzten Jahr schon, die kraftvolle Trommeltruppe aus der LVR Förderschule beeindruckt. Mit „TschitschaPeng“ hatten wir, neben dem Festivallied von der Kinderliederfee, ein gemeinsames Lied („Mein Flummi“) von Lila Lindwurm vorab eingeprobt. Das wurde dann zusammen mit Klaus Foitzik als furiose Zugabe dargeboten. Auch dies wieder für uns sehr berührend!

Klaus Foitzik auf dem "KiliFee"

Klaus Foitzik auf dem „KiliFee“

Gab es Pannen, die euch an den Rand des Wahnsinns getrieben haben?

Was leider auch in diesem Jahr wieder vorgekommen ist, ist die Aussage des Hausmeisters in einer Schule: „Hier soll heute ein Konzert sein? Ich weiß von nichts!“ Hier unsere Bitte an alle Schuldirektionen: Sagt euren Hausmeistern bitte Bescheid! Ist einfach für alle Beteiligten netter! Ansonsten lief das bisher eigentlich immer erstaunlich reibungslos. Aber vielleicht sind wir auch nur schon so „abgebrüht“…

Stell dir vor, eine gute Fee kommt vorbei und ihr hättet einen Wunsch frei: Was würdet ihr euch für euer Festival wünschen? Warum sollte man die Fortsetzung auf keinen Fall verpassen? Wer wird dabei sein?

Wir haben ja seit fünf Jahren sowieso eine hauseigene Fee dabei. Leider kann die Kinderliederfee keine Wünsche erfüllen, sonst wäre es schon toll, wenn sie die Finanzierung der nächsten Festivals sichern könnte. Das Erstaunliche an den 14 Jahren Festival ist ja, dass es immer wieder geklappt hat, trotz des immer an einem seidenen Faden hängenden finanziellen Konzepts.

Wunsch nach Planungssicherheit

Die Stadt Mönchengladbach unterstützt uns dankenswerterweise bereits von Anfang an mit aller Kraft, aber ein wenig Planungssicherheit, die durch die Landesförderung in den letzten Jahren gegeben war, würden wir uns schon wünschen. Denn leider konnte „KiliFee“ in diesem Jahr durch das Land NRW in dieser Form das letzte Mal so gefördert werden. Wir arbeiten aber, zusammen mit dem Festival „Kinderliederlandschaft“ von Helmut Meier, bei dem die Situation gleich aussieht, an einem neuen förderfähigen Konzept.

Wenn wir es wieder hinkriegen, lohnt es sich, wie ihr ja gelesen habt, auf jeden Fall als Zuschauer dabei zu sein. Die genaue Planung steht noch nicht fest. Es wird auf jeden Fall wieder drei Galas (in Mönchengladbach, in Meerbusch und in Viersen) gemeinsam mit Chören, Trommlern und KinderliedermacherInnen geben und auch ein Konzert mit der Kinderliederrockband „Randale“.

Link:

www.kinderliederfestival-moenchengladbach.de

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