2 mal 3 Fragen an … Mai Cocopelli

MAI COCOPELLI kommt aus dem Herzen Oberösterreichs und ist Kinderliedermacherin mit Leib und Seele. Mit 15 Jahren komponierte sie ihre ersten Kinderlieder. Heute ist Mai ausgebildete Musikpädagogin, Entertainerin und glückliche Mutter einer Tochter. Die Multiinstrumentalistin hat sechs Kinderliederalben erfolgreich im Eigenvertrieb veröffentlicht und wurde mehrfach international ausgezeichnet:
In Deutschland gewann sie den Kinderliederwettbewerb des WDR (2007) und als erste Frau den Geraldino-Kinderliederwettbewerb in Nürnberg (2009). Bei der „International Songwriting Competition“, einem Musikwettbewerb in Nashville, USA, war sie 2009 Siegerin der Publikumswertung und zählte zu den 13 Finalisten weltweit.

– Fragen von Matthias Meyer-Göllner –

Mai Cocopelli

Mai Cocopelli

Was macht aus deiner Sicht ein Lied zum Kinderlied?

Für mich spricht ein Kinderlied das kindliche Herz an. Es berührt, bewegt oder inspiriert. Dabei ist mir die Melodie sehr wichtig. Eine Melodie in Kombination mit einem einzigartigen Text bleibt leichter in den feinen Gehörgängen der Kinder hängen und regt zum Singen an. Das zeichnet ein Kinderlied ebenso aus: Man möchte sofort mitträllern.

Welches Kinderlied gefällt dir besonders gut und warum?

Ich liebe das Lied „I mog di, du mogst mi“ von Joely und Oliver. Es ist mit so viel Witz und Charme geschrieben. Joely interpretiert es so herzig, es ist zweisprachig, steckt voller Musikalität und kommt im volkstümlichen Kostüm daher. Das finde ich selten im Kinderliedergenre. Und genau diese Mischung macht‘s aus.

Warum bist du eine gute Kinderlied-Erfinderin?

Meine Lieder wurden tatsächlich schon oft ausgezeichnet, auch schon mal in Amerika. Ich selbst sehe mich eher als Kinderlieder – Finderin. Nicht ich erfinde, sondern die Lieder finden mich. Das ist auch mein Zugang zur Musik: Ich spüre, wenn ein Lied kommen mag, greife zur Gitarre und bin gespannt, welches Lied diesmal durch mich zur Erde will. Ich mag es, wenn meine Kinderlieder Menschen glücklich machen, und ein Lebensgefühl vermitteln, das voller positiver Energie steckt.

Kinder werden groß, die Kindheit wird zu einer schönen Erinnerung. In wie weit spielen Kinderlieder im Erwachsenenleben noch eine Rolle?

In meinen Konzerten sitzen oft Eltern, die auch ohne Kinder ins Theater gehen, weil sie es genießen, sich im Kinderkonzert glücklich zu fühlen und abschalten zu können. Kinderlieder sind Wegbegleiter, sie sind der Soundtrack unserer Kindertage und auch wenn die Kinder nun ausgewachsen sind, ist das Herz trotzdem immer noch voller Erinnerungen an diese besondere Zeit. Das Kind in uns geht nicht verloren, außer man hat verlernt, ihm zu begegnen. Kinderlieder bieten Erwachsenen immer wieder die Gelegenheit, ihr kindliches Ich zu treffen, ganz wertfrei, einfach so, weil ein Lied die Zeit überwinden kann.

Du hüpfst und tanzt und gibst körperlich alles, wenn du auf der Bühne stehst. Wirst du das bis zum Eintritt ins Rentenalter tun?

Als ich mich mit 25 Jahren von meinem Beruf als Musikpädagogin in der Musikschule verabschiedet habe, tat ich dies mit dem Wissen, dass ich nun in Rente gehe. Viele Menschen sagen: „Wenn ich in Rente bin, mache ich nur mehr das, was mir Spaß macht und was ich immer schon tun wollte!“ Ich wollte immer schon von meiner Musik leben und selbst bestimmen, wo die Reise hingeht. Musik ist mein Motor, mein Fitness-Studio und meine Apotheke. Es kann zwar sein, dass ich auch ruhigere Lieder singen werde, wenn ich mal älter bin, aber die Energie wird dieselbe sein. Kinder und Musik sind eine super Kombination, um jung zu bleiben. Ich selbst bin auch schon gespannt, wohin das noch führt!

Können Kinderlieder mehr bewirken als andere Lieder?

Musik an sich wirkt. Kinderlieder können neben der Unterhaltung auch noch Bildung und vor allem Herzensbildung beinhalten. Und es ist die Zielgruppe, die den Unterschied macht, vielleicht mehr noch als das Medium Musik. Kinder nehmen alles auf: Gib ihnen Begeisterung und sie werden über sich hinauswachsen. Gib ihnen Liebe und sie geben sie dir tausendfach zurück. Wir Kinderliedermacher und Kinderliedermacherinnen haben großes Glück, mit diesen Engeln zu arbeiten.

 

Link:

www.cocopelli.at

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