2 mal 3 Fragen an … Alex Schmeisser

ALEX SCHMEISSER wurde 1974 in Thüringen geboren. Schon als Jugendliche schrieb er eigene Songtexte und begann mit 18 Jahren, Konzerte als Liedermacher zu geben. Nach der Schule machte er zwar erst einmal eine handwerkliche Ausbildung, hängte aber, nachdem er für den Zivildienst nach Rheinland-Pfalz gezogen war, noch eine Ausbildung zum Erzieher dran. Das Arbeiten mit Kindern war genau sein Ding, weshalb er im Anschluss dann Förderschulpädagogik studierte und heute als Lehrer mit geistig- und körperlich behinderten Kindern arbeitet. 2006 erschien mit „Guck in die Welt“ seine erste CD mit Kinderliedern, 2011 folgte das Album „Die Welt ist bunt“ und 2013 die Winter- und Weihnachts-CD „Dezembergestöber“. Seine Lieder schreibt Alex heute in der Nähe von Mainz, wo er mit seiner Frau und seinen zwei Kindern zu Hause ist.

– Fragen von Elke Kamper –

Alex Schmeisser

Alex Schmeisser

Was macht aus deiner Sicht ein Lied zum Kinderlied?

Ein Lied muss Kinder begeistern und abholen können. Da ist es egal, ob es explizit ein Kinderlied oder einfach nur ein Lied ist. Kinder sind das ehrlichste Publikum der Welt. Sie zeigen, ob ihnen ein Lied gefällt oder nicht. Berührungspunkte zur kindlichen Lebenswelt spielen da eine entscheidende Rolle. Ich finde es beim Schreiben eines neuen Liedes immer wieder spannend, mich in die kindliche Gedanken- und Gefühlswelt zu begeben und so einen eventuellen Hit zu schreiben.

Welches Kinderlied gefällt dir besonders gut und warum?

Ich mag sehr das Lied „Jule wäscht sich nie“ von Gerhard Schöne. Ich bin mit dem Lied aufgewachsen und es hat mich schon als Kind begeistert. Ich mag dieses Lied, weil es eine Geschichte erzählt und ein Problem behandelt. Am Schluss gibt es ein Happy End. Natürlich mag ich meine Lieder auch sehr!

Warum bist du ein guter Kinderlied-Erfinder?

Kinderlied-Erfinder ist schon die richtige Bezeichnung. Ich suche ständig nach neuen Themen und Liedern, manchmal finde ich welche und manchmal nicht. Manchmal finden die Lieder auch mich. Neugierde ist da gefragt. Ob ich ein guter Kinderlied-Erfinder bin, weiß ich nicht. Ich denke, es ist wichtig, authentisch zu sein und Kinder ernst zu nehmen. Ich freue mich sehr, wenn sich Kinder bei Konzerten bestimmte Lieder von mir wünschen und die Texte besser können als ich. Es freut mich aber auch, wenn mir Eltern erzählen, dass meine Musik beim Sommerurlaub im Auto lief und sie die CDs trotzdem noch gerne hören.

Du bist in Thüringen aufgewachsen und dann nach Rheinland-Pfalz gegangen. Gibt es einen Unterschied zwischen Ost und West in der Art und Wertigkeit von Kinderliedern?

Ich bin im Osten mit vielen „klassischen Kinderliedern“ aufgewachsen. Ich wage mal zu behaupten, dass Kinderlieder und Singen im Osten mehr ein Teil der frühkindlichen Pädagogik waren. Diese Wahrnehmung ist aber nur meine ganz persönliche. Ich sehe mich ja auch als Botschafter in diesen Dingen und bei Konzerten in Kitas merkt man schnell, ob viel gesungen wird.

Du hast bereits Kinderlieder geschrieben bevor deine Kinder geboren wurden. Haben sich die Art zu schreiben und die Themengebiete über die du Kinderlieder schreibst dadurch noch einmal verändert?

Oh ja. Die Ideen für neue Lieder sind inzwischen sehr durch meine Kinder geprägt. Da kommen spontane Ideen im Alltag zustande. Mein Sohn ist jetzt ein Jahr alt. Neben Mama und Papa war eines der ersten Wörter „Traktor“. Wenn das keine Anregung ist! Wir waren kürzlich zwecks Studien auf einem LANZ-Bulldog Treffen*. Der Song ist in Arbeit … tuck, tuck, tuck …

Du arbeitest an einer Förderschule. Ist deine pädagogische Ausbildung und die Arbeit in der Schule prägend für deine Kinderlieder?

Ich schreibe Lieder auch für meine pädagogische Arbeit in der Schule. Hier spielt die Umsetzung und Einbindung in den Unterricht eine große Rolle. Ich arbeite mit Schülern mit geistiger und körperlicher Beeinträchtigung. Die Umsetzung von Sprache mit Hilfe von Gebärden ist hier ein Prinzip. Dieses nutze ich sehr gerne auch bei meinen Konzerten. Durch Gebärden lernen Kinder Texte schneller und es kommt Bewegung in die Musik.

*Anmerkung der Redaktion: Hier ist ein Treffen gemeint, auf dem Traktoren und Landmaschinen aller Art zusammen kommen, besonders Fahrzeuge der historischen Marke LANZ. LANZ Bulldog war die Verkaufsbezeichnung für Ackerschlepper dieser Firma.

Link:

www.alexmachtmusik.de

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