„Ja, das klappt!“

– Ein Text von Zuzana Pesselová, Rastede, 27.04.2015 –

Fantasie, Witz und sprühende Musikalität beim 12. Frankfurter Kinderliedermacherfestival vom 20.-26.04.2015

Frankfurt Gala

Abschlussgala

Mit einer bunten Abschlussgala zum Mitsingen und Mittanzen ist am Sonntag, 26.04.2015 das 12. Frankfurter Kinderliedermacherfestival im Gallus Theater in Frankfurt zu Ende gegangen. An sechs Veranstaltungstagen fanden insgesamt 13 gut besuchte Konzerte, 1 gelungene Fortbildung für Erzieher und 2 ausverkaufte Galakonzerte mit insgesamt rund 1500 Besuchern statt.

Dieses Jahr hat FERRI (alias Georg Feils) auf die Kinderliedermacherinnen gesetzt. Mit Larissa Schories, Suli Puschban und Mai Cocopelli (im Duo mit Olli) war das Programm des großen regionalen Festivals musikalisch breit gefächert. Mit der Einladung der tiroler Gruppe Ratz Fatz ist dem künstlerischen Leiter zugleich ein Länderschwerpunkt „Österreich“ zugefallen – insgesamt fünf hervorragende österreichische Künstler waren mit von der Partie (Suli Puschban kommt ursprünglich aus Wien).

Allesamt sind sie in der Frankfurter Gegend keine Unbekannten. In der Centralstation in Darmstadt flog gleich die Hälfte der Hände hoch als Mai Cocopelli diejenigen begrüßte, die „mi scho kennen“. Und der Wunsch für die Zugabe kam nach der geglückten rund 90-minütigen Weltraumreise von einem Mädchen aus dem Publikum: „Mai, können wir noch das Piratenlied singen?“ – worauf die Kinder die große Bühne stürmten und die Eltern im Saal mit vollem Einsatz die Rolle des Meeresungeheuers übernahmen.

Ähnlich erging es Suli Puschban, die mit ihrem neuen Hit „Ich hab die Schnauze voll von rosa“ einen Volltreffer landete und gleichermaßen die Eltern und Kinder erreichte. Dieser Spruch wird nun wohl im Frankfurter Stadtbild auf vielen dunkelblauen feschen Shirts demnächst anzutreffen sein. Denn „dunkelblau finde ich schick, ich will mein ganzes Glück!“, singt die Lillifee in Puschbans Lied. Die musikalisch spannend geschriebenen Lieder von Suli wurden durch ihre Kollegen sehr bereichert – es groovte vom Feinsten!

Der Gastgeber und engagierte Kinderliedermacher FERRI wählte für die zwei Galas außer seiner obligatorischen größten Hits auch ein melodramatisches Stück („Ich bin ein Schakal“), das er als Puppenspieler vom „Schakal“ zeigte: „ … meine Stimme produziert einen Schall wie ein Stahlbetonmischer voll Altmetall. Uäääää …“. In „d-Moll“ gesetzt wurde jedoch nichts demoliert, im Gegenteil! Das Stück avancierte als Kontraststück der ansonsten sehr dynamischen Programmauswahl mit außerordentlich vielen Mitmachaktionen zum geheimen Highlight beider Galas. Insbesondere hier kam das musikalische Können der Künstler zur Geltung – u.a. durch einfühlsame fantasievolle musikalische Begleitung – Larissa Schories am Glockenspiel, Ratz an der singenden Säge, Fatz am Kontrabass, Olli mit Schlagzeugbesen an der Djembe, Suli an der Gitarre und Suli und Mai als Backroundsängerinnen.

Aber auch die Keyboard-Improvisationen des Jazzpianisten Olli (Olliver Kerschbaumer, Duopartner von Mai Cocopelli) und das im Reggae-Stil komponierte Stück „Onkel Mastaplasta“ von Ratz Fatz beschenkten so manchen versierten Zuhörer mit musikalischen Schmankerln, wo Schmunzeln und anerkennendes Nicken dicht beieinander lagen.

Die Band des 12. Frankfurter Kinderliedermacherfestivals hätte mit Leichtigkeit einen doppelt so großen Saal zum Schwingen gebracht! Die jeweils 200 kleinen und großen Gäste im Gallus-Theater waren aber ein begeistertes und dankbares Publikum, das sich zum Mitmachen nicht zweimal bitten ließ. Ob bei den sprachlich erfrischenden Liedern des Duos Ratz Fatz, dem auf motorische Koordination anspruchsvoll angelegten Lied „Bunt ist schön“ von Larissa Schories oder beim „Freak-Boxen“, das Mai Cocopelli von „Kora-Lou vom Planeten Venus“ gelernt hatte. Der in drei Gruppen aufgeteilte Saal verwandelte sich mit „Pizza“ (Gruppe 1) „Katze“ (Gruppe 2 ) und „Uschi“ (Gruppe 3) zum lebendigen Drum-Set, gespielt von der energiegeladenen Oberösterreicherin. Da war das Vergnügen groß! Und ja, die Frankfurter sind ein großartiges Publikum. Es hat mit ihnen wirklich super geklappt.

Dieses große regionale Kindermusikfestival gehört zu den Urgesteinen in Deutschland. Es hat sich im Laufe seiner bisher 12-jährigen Geschichte viele Male erneuert, verändert und immer wieder neu erschaffen. Jedes Jahr aufs Neue – mit neuen Künstlern, neuen Spielstätten, Veranstaltungs- und Medienpartnern und Förderern. Es bleibt nur zu wünschen, dass die Freude am Musizieren und das wohlgesonnene kollegiale Miteinander, die von der Bühne nur so sprühten, den Kraft- und Ausdauertank der Gastgeber voll und ganz aufgefüllt haben – als Anschubfinanzierung für die 13. Ausgabe des Frankfurter Kinderliedermacherfestivals in 2016. Denn nach dem Festival ist vor dem Festival!

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