Randale unterm Weihnachtsbaum – Randale

Randale unterm Weihnachtsbaum

Randale unterm Weihnachtsbaum

– Eine CD-Besprechung von Christian Ruffert –

Gegen Ende November hole ich zusammen mit meinen Kindern unsere Weihnachtskiste aus dem Keller. Da sind Lichterketten drin, einige Weihnachtsbücher, eine kleine Holzkrippe, ein Stoffbeutel mit Nelken und eine besondere CD: „Randale unterm Weihnachtsbaum“.

Aber warum Randale? Das passt doch gar nicht! Muss es denn immer rockig, ausgeflippt und lustig zugehen? Kann es denn nicht einfach auch mal etwas ruhiger, besinnlicher sein? Noch nicht einmal an Weihnachten?

Doch wir wissen, was wir tun. Und bevor das Wohnzimmer weihnachtlich geschmückt wird, legen wir die Scheibe in den Player. Und zack, da ist sie, die Vorfreude auf Weihnachten.

Die kurze CD mit sechs Liedern bietet komprimierte Weihnachtsstimmung, so wie der Stoffbeutel mit Nelken den passenden Duft dazu liefert. Inhaltlich widmen sich Randale dabei fast ausschließlich den heidnischen Themen des Weihnachtsfestes, was von einer Punkrock-Band ja auch nicht anders zu erwarten war.

Los geht es mit einem Country-Song und der Aufforderung: „Alle, die sich auf Weihnachten freuen, rufen ganz laut ‚Hey‘!“ Und wenn man so freundlich zum Mitmachen angeregt wird, hängt man gerne seine Novembermatschlaune an den Haken und tauscht das grimmige Wintergesicht mit einem zufriedenen Grinsen.

Die Reggae-Version von „O Tannenbaum“ verwandelt das Wohnungsschmücken dann in eine entspannte Tanzparty. Und wenn anschließend in der Randale-Version von „Gloria“ die Glockenklänge mit rockigen Gitarren verschmelzen, ist die erste große Weihnachtsfeier im heimischen Wohnzimmer in vollem Gange.

Das Lied „10 kleine Weihnachtsmänner“ kommt kurzweilig und lustig daher. Es ist aber doch mehr Füller als Brüller. Die Idee „10 kleine Irgendwas“ wird auch im Punkrockmantel nicht mehr viel origineller.

Aber egal, im letzten Song der CD, „O Weihnachtsmann“, kann man dann so richtig den vorweihnachtlichen Zucker-Überschuss abreagieren. Mit einem unendlich wiederkehrenden Vers transponieren sich Randale durch mehr Tonarten, als es eigentlich gibt. Dabei steigern sich die Musiker in Tempo und Intensität soweit, dass garantiert kein Kinderzimmer aufgeräumt bleibt.

Weihnachtliche Hardrockhasen aus Bielefeld

Weihnachtliche Hardrockhasen aus Bielefeld

Das Herzstück der EP ist aber das Lied „Das schönste Geschenk“. Es erinnert uns daran, warum wir Weihnachten feiern: „Das schönste Geschenk, das es gibt, ist ein Mensch der dir sagt: ‚Ich hab dich lieb‘“. Da möchte man sie doch knutschen, die 4 Hardrockhasen aus Bielefeld.

Mit viel Humor und reinem Herzen gelingt es Ihnen, diesem Monster von einem Fest, dieser alten, heiligen Kuh „Weihnachten“ die Schwere zu nehmen. Für ein paar Momente können wir die Überfrachtung mit Konsum und die Überhöhung mit Sinn abschütteln.

Es bleibt ein Lächeln, gute Laune und ja, tatsächlich sowas wie echte Weihnachtsstimmung. Und erstaunt frage ich mich, wie haben die das geschafft?

Ich vermute, dass Randale für ihre CD die gleiche Zutat verwendet haben, die Mamas auch für ihre Weihnachtsplätzchen nehmen. Aber die ist ja bekanntermaßen geheim …

In diesem Sinne – das Fest der Liebe kann beginnen!

LINK:

www.randale-musik.de

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