2 mal 3 Fragen an … Mathias Lück

MATHIAS LÜCK – Wenn man Menschen und Musik mag und einem viele Ideen im Kopf umherschwirren, bietet es sich an, Musiker zu werden. Bei Mathias Lück ist das auch so gewesen. Seit 1991 schreibt der 49-Jährige Lieder für Kinder. Erst für seine eigenen, später für alle im Kindergarten der eigenen und noch etwas später für alle Kinder. Außerdem spielt Mathias Kindertheater. Dafür schreibt er seine eigenen Geschichten, seine Lieder und ist als Pirat Mathjes, als Barde Thias, als Tierstimmenforscher Professor Alfons Ananas und Cowboy Lucky Lück oder Weltraumschüler Murx zu sehen. Im Sommer geht er mit seinen Freunden, dem Clown Fidolo und Unmada (Käpt’n Zoff), an Bord auf die Üstralala und sticht in Hannover in den Maschsee. Drei CDs hat er bereits veröffentlicht, weitere Projekte sind in Planung.

– Fragen von Elke Kamper–

Mathias Lück

Mathias Lück

Was macht ein Lied zum Kinderlied und wie einfach darf es sein?

Ich denke, ein Lied wird dann zum Kinderlied, wenn es Kinder anspricht. Wenn die Kinder sich in ihrer Erlebniswelt und ihrem Vokabular wiederfinden, wenn es die Fantasie anregt und die Melodie im Ohr bleibt. Deshalb kann auch ein Lied für Erwachsene ein gutes Kinderlied sein.

Welches Kinderlied gefällt dir besonders gut und warum?

Es gibt so viele schöne … Eines meiner liebsten ist allerdings von Unmada von den „Pipapo-Piraten“. Nicht nur, weil es ein Piratenlied ist ;-), sondern weil es Krippenkinder, Kita- und Grundschulkinder gleichermaßen gerne singen. Es ist sprachfördernd, witzig und eingängig, einfach toll!

Warum bist du ein guter Kinderlied-Erfinder?

Um alle, die diese Rubrik schon kennen und die anderen Beiträge gelesen haben, zu verblüffen, könnte ich natürlich sagen: „Weil ich gute Songs schreibe!“ Aber ich sehe es natürlich wie meine Kolleginnen und Kollegen. Ob ich ein guter Kinderlied-Erfinder bin, darüber müssen andere urteilen.

Du bist durch deine Piratenlieder und Piraten-Live-Konzerte bekannt geworden. Wie viele Piratenlieder verträgt die Kinderliederlandschaft?

Vielleicht sollte die Frage lauten, wieviele Kinderlieder verträgt die Kinderliederlandschaft. Ich weiß nicht, wie viele Piratenlieder es schon gibt (sicherlich mehr als über Wanderprediger) und ich kenne auch nicht die absolute Zahl an Kinderliedern. Tatsache ist, dass es immer neue Kinder geben wird und immer neue Lieder. Wenn mir morgen ein neues (Piraten-)Lied einfällt und ich denke, dass es besser ist als andere, die ich vorher schon geschrieben und gespielt habe, baue ich das in mein Programm ein. Ich spiele ja schon sehr lange Piratenprogramme und es scheint, dass dieses Thema noch immer die Kinder (und KinderliedermacherInnen) begeistert. Ich habe ja auch durchaus andere Themen im Programm, aber die Piratenlieder und Geschichten werden am meisten gebucht.

Mathias, wie kitschig darf ein Kinderlied sein?

Das mit dem Kitsch ist so eine Sache. Wer zu tief in den Kitschtopf greift, bedient am Ende nur Klischees. Dann fehlt die Überraschung, es wird vorhersehbar und vielleicht langweilig. Bei meinen Kinder-Theaterstücken bediene ich recht häufig Klischees, um dann, wenn ich mir sicher sein kann, dass mir die Kinder auf diesem ausgetretenen Pfad folgen, damit zu brechen. Das schafft eine Spannung. Bei gereimten Liedtexten kann das Klischee und damit auch der Kitsch schon im verkehrten (vorhersehbaren) Reimwort liegen. Manschmal haben wir Erwachsene aber auch eine falsche Vorstellung von dem, was Kinder anspricht. Wenn das (kitschige) Kinderlied die zuhörenden Kinder berührt, ist es okay.

Du spielst ja gerne und viel live. Deine wunderbaren und aufwendigen Bühnenbilder sind liebevoll gemacht und mittlerweile legendär. Kannst du dir vorstellen, ein Programm zu machen … nur du und deine Gitarre und null Requisite?

Ja klar, das kann ich mir gut vorstellen. Dann muss nur auch der äußere Rahmen dazu passen. Häufig spielen wir ja in mehr oder weniger „offenen“ Situationen. Sei es auf Kinderfesten, Stadt- und Sportfesten etc. Türen gehen auf und zu, das Gebläse der nächsten Hüpfburg brummt … Ich würde solch ein Konzert absolut unverstärkt spielen und singen und die Anzahl der Besucher auf maximal 40 begrenzen. So ein Konzert hätte einen sehr familiären Charakter und damit eine Intensität und Nähe, die mit Verstärker und Mikrofon nicht zu erreichen ist.

 

Link:
www.mathias-lueck.de

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