2 mal 3 Fragen an … Anders Orth, Lila Lindwurm

ANDERS ORTH – Seit mehr als 30 Jahren schlängelt er sich als LILA LINDWURM singend und Musik machend durch das Land. Über 3.500 Auftritte hat der aus Mönchengladbach stammende Liedermacher bereits absolviert. Seit vielen Jahren ist er künstlerischer Leiter des KiLiFee, eines großen Kinderliederfestivals am Niederrhein. Darüber hinaus macht er Musikkabarett und führt Regie. Seine bisher erschienenen zwölf Liederproduktionen werden bevölkert von tanzenden Schildkröten, unreinlichen Waschbärenkindern und sich im Walzer drehenden Kamelen.

– Fragen von Matthias Meyer-Göllner –

Anders Orth

Anders Orth

Was macht aus deiner Sicht ein Lied zum Kinderlied?

Zuallererst der Text und nicht die Musik und der sollte thematisch ganz nah an der Welt der Kinder sein. Ob das dann spannend, lehrreich, witzig oder nachdenklich wird, ist letztlich die Geschmackssache der Autoren. Die Musik hingegen kann nur gut oder schlecht sein, aber nicht Musik für Kinder. Das heißt, eine einfache Melodie muss nicht unbedingt eine „Kindermelodie“ sein und eine komplizierte ist nicht für Kinder ungeeignet.

Welches Kinderlied gefällt dir besonders gut und warum?

Ganz schwer! Ich bin da – in der Musik überhaupt – nicht sehr „stetig“. Das kann täglich wechseln und hängt natürlich ganz stark von der Stimmung ab. Heute würde ich antworten: „Schnauze voll von rosa“ von Suli Puschban, weil es genau meiner ersten Antwort oben widerspricht. Das ist nämlich eher ein Text für Erwachsene, denke ich. Aber morgen wird es dann wieder ein anderes Lieblingslied sein.

Warum bist du ein guter Kinderlied-Erfinder?

Weil ich, glaube ich, ganz stark Kind im Herzen geblieben bin. Ich habe festgestellt, dass das, was ich lustig finde, die meisten Kinder auch lustig finden. Dass das, was ich spannend finde, die meisten Kinder auch spannend finden. Einfach, aber doch so schwer!

Wenn du für deine Liveprogramme verschiedene Instrumente, Requisiten und Bühnenbildzubehör auf- und abbaust, denkst du dann manchmal, wie viel einfacher es wäre, mit einem iPad und zwei Rollups zu reisen?

Mein Körper denkt ja, mein Herz denkt nein! Ich finde die Abwechslung für die Kinder auf der Bühne sehr wichtig und dazu gehört für mich auch Requisite, verschiedene Instrumente und ein wenig Bühnenbild. Dass das geschleppt werden muss, gehört halt dazu, aber wenn es einmal steht und ich zwischen Gitarren, dicker Trommel, Akkordeon und Mandoline wechseln kann, und die eine oder andere witzige Requisite zum Einsatz kommt, ist alles gut und die Kinder sind auch froh. Und die Rollups kommen einfach noch dazu!

Lila Lindwurm war und ist überwiegend ein Soloprojekt. Wie verändern sich die Inhalte, wenn du nicht allein spielst?

Lila Lindwurm war am Anfang ein Duoprojekt. Die ersten beiden Stücke „Tierisch“ und „Zirkus Bienenstich“ sind Duoprogramme, deshalb auch der Bandname Lila Lindwurm und nicht einfach mein Name. Also ging es ja erst mal anders rum. Ich musste mich von einem Programm, in dem wir dialogisch gearbeitet haben, auf ein Solostück verändern. Dabei hat mir mein Regisseur Mehmet Fistik sehr geholfen. Das ist auch eigentlich schon die Antwort auf die Frage. Es verändern sich nicht die Inhalte, sondern die Präsentation der Inhalte und durch die Regie sind die theatralischen Elemente sogar noch stärker in den Vordergrund getreten. Ganz stark habe ich das bei der Wiederaufnahme des „Tierisch“-Duoprogramms mit Elke Kamper gemerkt, welches wir jetzt viel mehr in die Theaterrichtung produziert haben.

Seit 13 Jahren organisierst du ein inzwischen sehr großes Kinderliederfestival mit über zwanzig Veranstaltungen. Auf welche Art und Weise(n) profitierst du davon?

Ganz spontan antworte ich da jetzt mal: Dadurch, dass ich mit vielen, netten Kollegen viel gemeinsame Zeit verbringen kann. Da wir die KollegInnen immer bei uns unterbringen, ist der Kontakt in der Festivalzeit natürlich sehr eng und die gemeinsamen Galas, in denen wir gegenseitig unsere Stücke begleiten, finde ich auch sehr wichtig für mich. Das eröffnet immer einen tollen Blick darauf, wie verschieden man Kinderlieder schreiben und präsentieren kann. Auch natürlich dadurch, dass ich mir beim Festival mal ein ganzes Programm anschauen kann, das ich ja vorher oft nur in Ausschnitten kannte.

Das ist natürlich nicht der einzige Vorteil. Ganz wichtig finde ich, dass durch so ein Festival die Arbeit von mir und den eingeladenen KinderliedermacherInnen ganz anders von der Presse wahrgenommen bzw. überhaupt mal wahrgenommen wird. Das öffnet dann letztendlich auch viele andere, neue Türen.

 

Link:
www.lilalindwurm.de

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