2 mal 3 Fragen an … Faryna (Sandra Faryn)

Kinder toben, singen und klatschen gern. FARYNA macht die passende Musik dazu – voller Power und Energie! Sie erfindet Bewegungslieder zum Mitmachen, Klatschen und Springen. Indianertänze, Fingerspiele und Zappellieder, ein musikalischer Obstsalat und noch vieles mehr laden Kinder zum Mitmachen ein. Faryna, das ist Sandra Faryn, Jahrgang ’73. Sie ist von Beruf Grundschullehrerin aber auch leidenschaftliche Musikerin. Sie begann 2006 als Kinderliedermacherin und verwirklichte Projekte für den BKK Bundesverband und den Schöningh Schulbuch Verlag. Farynas CD „Fit von klein auf“ für den BKK Bundesverband wurde im Jahr 2014 von der Deutschen Popstiftung mit dem Deutschen Rock und Popmusikpreis in der Kategorie: „Bestes Kinderliederalbum 2014“ mit dem 2. Platz ausgezeichnet.

– Fragen von Elke Kamper –

Die Kinderliedermacherin Sandra Faryn alias Faryna

Die Kinderliedermacherin Sandra Faryn alias Faryna

Was macht ein Lied zum Kinderlied und wie einfach darf es sein?

Kinderlieder sollen in erster Linie Kindern gefallen. Ich denke, es sind Lieder, deren Inhalte Kinder interessieren, die nah an der Lebenswirklichkeit der Kinder sind, weil sie sich damit identifizieren können. Es sind Lieder, die Kinder auf unterschiedlichste Weise ansprechen. Das geht in alle Richtungen: Es darf witzig sein, quatschig, poetisch, traurig, nachdenklich … Lieder, die eine mitreißende Melodie haben und Kinder auf vielfältige Weise berühren.

„Kinderlieder sollen Kindern gefallen, Eltern aber auch!“

Wenn man sich die bunte Kinderliederlandschaft ansieht, finden sich dort alle Facetten wieder. Kinderlieder sind für Kinder gemacht – sie sind die Hörerschaft, dennoch denke ich, dass der Nachsatz: „Kinderlieder sollen Kindern gefallen, Eltern aber auch!“ berechtigt ist. Die Hörgewohnheiten der Kinder werden nicht unwesentlich durch die Eltern mitbestimmt. Ein Kinderlied darf einfach sein, natürlich! Es hängt ja auch vom Alter der Zuhörer ab, wie einfach ein Lied sein darf, oder auch sein sollte. Für Kinder unter drei muss das Lied andere Ansprüche erfüllen als für ein 10-jähriges Kind.

Welches Kinderlied gefällt dir besonders gut und warum?

„Anders als du“ von Robert Metcalf z.B. ist ein tolles Lied, hinter dem eine tolle Idee steht: Ich bin o.k. –  du bist o.k.! Jeder und jede hat das Recht, so zu sein, wie er und sie es will. Die Strophen des Liedes sind so variabel und die Kinder können sich dabei toll selbst mit einbringen. Aber auch die mitreißenden Songs von Donikkl mag ich sehr gerne und man bekommt sofort gute Laune und Lust zu tanzen.

Lieblingslieder von Rolf Zuckowski und Frederik Vahle

Groß geworden bin ich mit den Liedern von Rolf Zuckowski. Ich fand es damals als Kind immer toll, dass Kinder darin oft die Leadstimme gesungen haben und habe selbst auch immer mitgesungen. Damals hatte ich Schallplatten von „Rolf und seine Freunde“. Meine Favoriten waren „Du da im Radio“ und „ … und ganz doll mich!“ Ich mag auch sehr gerne die Lieder von den Kindern vom Kleistpark, herrlich arrangierte Volkslieder aus aller Welt. Ein sehr schönes Abschiedslied ist das Lied „Ciao, es war schön“ von Frederik Vahle, der der Kinderliederwelt natürlich auch einen immensen Liederschatz geschenkt hat.

Warum bist du eine gute Kinderlied-Erfinderin?

Ich hoffe, dass ich das bin und dass ich mich stetig weiterentwickele und immer besser werde. Ich bin jeden Tag als Grundschullehrerin mit Kindern zusammen und weiß, was Kinder bewegt und interessiert. Für mich ist es deshalb besonders spannend, Lieder zu erfinden, die etwas mit dem Lernen in der Schule zu tun haben. Zum einen Lieder, die etwas mit den Inhalten zu tun haben, zum andern Lieder, die viel mit Bewegung und Rhythmus arbeiten. Erwiesenermaßen lernen Kindern durch Reim, Rhythmus, Melodie und Bewegung Inhalte leichter, besser und nachhaltiger.

„Bewegungslieder machen den Kindern Spaß“

Deshalb war ich glücklich über die Aufträge vom Schöningh Schulbuch Verlag, denn hier hatte ich die Möglichkeit, zu dem Schulbuch Xa-Lando die Begleit- CD zu machen und mir für die Themen des Buches Lieder auszudenken, die dann im Unterricht genutzt werden. Hier bekomme ich tolle Rückmeldungen von meinen Kolleginnen. Seit einiger Zeit trete ich mit den Bewegungsliedern auch auf und merke bei Konzerten, wie viel Spaß es den Kindern macht, sofort mitzumachen.

Mit einigen deiner Kinderliedermacher-Kolleginnen teilst du ja das „Schicksal“, dass Du deinen Beruf mit der Künstlerinnen-Karriere unter einen Hut bringen musst. Hindert oder stört dich das oder siehst du es auch als Chance?

Beides. Zum einen der eben schon erwähnte Kontakt zu Kindern, zum anderen bin ich natürlich zeitlich nicht so flexibel, zurzeit bin ich jeden Morgen in der Schule aktiv. Da können Konzerte nur am Nachmittag oder am Wochenende stattfinden. Jedoch gibt es auch immer wieder Songs, die wir im Schulalltag brauchen, neulich kam eine Kollegin, die mich bat, einen Rap zu einem bestimmten Inhalt zu machen. Sowas macht auch viel Spaß, denn ich sehe sofort, ob es funktioniert. Alle meine Lieder habe ich im Klassenzimmer getestet und die Reaktion der Kinder gesehen. Teilweise habe ich daraufhin Lieder dann nochmal geändert.

Du bewirbst deine Lieder sehr aktiv als Bewegungslieder und tatsächlich findet sich das Thema „Bewegung“ als Hauptmerkmal in deinen Liedern und in deiner Werbung. Fühlst du dich darauf schon festgelegt, könntest du dir auch vorstellen, eine durchweg poetische, märchenhafte CD weit weg vom Thema Bewegung zu machen?

Auf jeden Fall kann ich mir das vorstellen, jedoch möchte ich vorerst noch ein wenig an dem Thema festhalten, denn es gibt so viele schöne Lieder zum Thema Bewegung, aber irgendwie landet das Thema bei vielen Grundschulkollegen und -kolleginnen immer wieder in der Schublade und es wird vergessen, wie wichtig die kleinen Bewegungsaktivitäten, Fitmacher und Powerpausen sind. Hier erscheint es vielen GrundschullehrerInnen als zeitraubendes Element, jedoch ist es unheimlich wichtig, Bewegung immer wieder in den Unterricht einzubauen. Bewegungslieder auf der Bühne mit Kindern zu singen und tanzen macht auch sehr viel Spaß. Aber ich kann mir durchaus vorstellen, mal ein anderes Thema anzugehen. Es gibt so viele Themen, die ich mir als interessante Bühnenprogramme vorstellen kann.

Wohin führt dich dein Kinderliederweg in den nächsten Jahren, hast du Wünsche, Ideen, Ziele? Wo siehst du deine Rolle, wenn es zum Beispiel darum geht, politisch etwas zu bewegen?

Ich habe im Moment ein Projekt in Planung, was bis jetzt noch nicht ganz spruchreif ist, denn es geht dabei um eine Projektausschreibung. Dabei möchte ich mit Kindern, die aus sozial schwachen und benachteiligten Familien kommen, Musik machen und ihnen die Möglichkeit geben, über ihre Wünsche, Träume vielleicht auch Ängste und Ziele zu sprechen und das musikalisch mit mir und anderen Musikern umzusetzen. Ich bin sehr gespannt darauf, denn es ist eben das tolle an der Musik, sie spricht andere Kanäle an, eröffnet Welten und bringt Menschen zusammen.

„Ich möchte den Kindern eine Stimme geben, die gehört werden soll“

Kindern wird hier eine Möglichkeit geboten, sich zu äußern, sich etwas zu trauen und es geht dabei nicht um Leistung. Es geht dabei um eigene Ideen, Kreativität und um das Tun, das Musizieren als Solches. Viele Kinder kommen aus sich heraus und zeigen ungeahnte Seiten, Fähigkeiten und auch Talente. Und vor allem geht es um sie selbst, um diese Kinder als Person und ich bin auch gespannt, wie die Reaktion darauf sein wird. Denn ich möchte den Kindern eine Stimme geben, die gehört werden soll.

Dann möchte ich weiterhin Lehrern und Lehrerinnen Material an die Hand geben, dass sie auch mit den Kindern nutzen, um Unterrichtsinhalte zu transportieren, diese leichter zu vermitteln, sowie Spaß und Bewegung in die Schule zu bringen. Im nächsten Schuljahr werde ich zu der bald erscheinenden CD „Faryna – Musik, die Kinder in Bewegung bringt“ Workshops im Kreis Herford, meiner Heimatstadt anbieten. Hierbei fördert das Kulturamt dieses Vorhaben und jede Schule bekommt eine CD an die Hand. Damit soll das Thema wieder einmal in das Bewusstsein gerückt werden und die Lehrer bekommen neuen Input für den Unterrichtsalltag.

Link:

www.faryna-musik.de

 

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